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15.11.2018, 19:00 Uhr
Rheinlandtalerverleihungen sind immer etwas Besonderes
Aber manchmal sind sie besonders besonders ....
Wer kennt sie nicht, die Kommissare des Kölner Tatorts?
Aber wer weiß, dass sich die beiden Schauspieler Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär - angeregt von der Tatortfolge "Manila" - seit über zwanzig Jahren auch sozial engagieren?
Sie tun es in ganz unterschiedlichen Bereichen und dafür haben sie den Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland  verdient. Es war eine besondere Freude, diese Auszeichnung zu vergeben, dabei durfte natürlich die originale Tatort-Würstchenbude nicht fehlen. Und ein eindrucksvoller Oldtimer - Danke an Dr. Mangold vom Freilichtmuseum Kommern - rundete die Szene ab.
Bild: LVR Weiser
Wer wissen will, wofür Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär im Detail ausgezeichnet wurden, kann dies in meiner Laudation nachlesen: Ansprache von Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, anlässlich der Verleihung des Rheinlandtalers an Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt am Donnerstag, 15. November 2018, 19.00 Uhr, Köln-Deutz, Landeshaus Sonntagabend, 20.15 Uhr – Jan Hofer hat gerade die Tagesschau beendet – das Glas Wein oder Kölsch steht bereit. Die Tatort-Erkennungsmedolie beginnt . So sieht bei vielen von uns ein typischer Sonntagabend mit fesselnder Unterhaltung aus. Ich auf jeden Fall verpasse sonntags kaum einen Tatort. Und einen Kölner Tatort schon mal gar nicht! Herzlich willkommen zu einer „Sonderausgabe des Kölner Tatorts!“ hier im Landeshaus, seit fast 60 Jahren die Zentrale des LVR, die bereits mehrfach als Kulisse für diese Kultsendung diente. Aber haben Sie keine Angst! Heute sind – hoffentlich – keine Opfer zu beklagen! Mythos Tatort! Szenenwechsel: 1998 – Köln. Im Auto des Staatsanwaltes sitzt ein kleiner asiatischer Junge. Er hat Angst. Der Wagen wird angehalten – Fahrzeugkontrolle. Dabei flieht der Junge und wird am nächsten Tag von der Polizei aufgegriffen. Bei einer Untersuchung wird festgestellt, dass der Junge missbraucht wurde. Die Ermittlungen führen die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk auf die Philippinen, nach Manila. Was sehen sie dort? Straßenkinder. Kinder die regelmäßig an Sextouristen vermietet werden. Kommissar Schenk und ein kleiner Junge sind in Gefahr; bedroht von Kriminellen der organisierten Kinderprostitution. „How can we get out of here?“ – das fragt sich Kommissar Freddy Schenk im Film. „How can they get out of here?“ – diese Frage bekam durch einen winzigen Wechsel der Präposition eine völlig neue Perspektive. Diesmal jedoch nicht für die Tatortkunstfiguren, sondern für ihre Darsteller, die Schauspieler Dietmar Bär und Klaus J. Behrendt. „How can they get out of here?“ / „Wie kommen sie hier heraus?“- das fragten sich die beiden Schauspieler Ende 1997 angesichts des Elends vieler philippinischer Kinder, das sie während der Dreharbeiten für "Manila" vor Ort so eindrücklich erleben mussten. Bereits im Vorfeld der Dreharbeiten war man für das Thema sensibilisiert. Denn diese Tatort-Folge hat eine außergewöhnliche Vorgeschichte. Das Bundesentwicklungsministerium war mit der Idee an den WDR herangetreten, einen "Tatort" mit entwicklungspolitischem Bezug zu drehen. Zurück nach Asien. Die dortige Situation hat die Schauspieler und die Mitarbeiter des Filmteams so bewegt, dass spontan der Plan geschmiedet wurde, eine Hilfsorganisation ins Leben zu rufen. „They can get out of here!“ Zurück in Deutschland gründeten sie den Verein "Tatort - Straßen der Welt e.V.". Im Anschluss an die Erstausstrahlung von „Manila“ im April 1998 waren Dietmar Bär, Klaus J. Behrendt und der Regisseur Niki Stein zu Gast in der Talkshow "Sabine Christiansen". Dort berichteten sie von ihren Eindrücken und ihrem Engagement. Das Thema hat auch die Zuschauerinnen und Zuschauer berührt und vielleicht auch Sie, meine Damen und Herren, falls Sie sich noch an diesen Tatort von vor gut 20 Jahren erinnern. Falls nicht – er wird sicherlich bald wieder auf einem der dritten Programme wiederholt. Damals waren die Menschen so sehr berührt, dass alleine an diesem Abend Spenden in sechsstelliger Höhe als Startkapital für den Verein zusammenkamen. Im April dieses Jahres konnte der Verein auf 20 Jahre erfolgreicher Arbeit zurückblicken. "Tatort - Straßen der Welt“ engagiert sich aktiv für Entwicklungs- und Kinderrechtsprojekte auf den Philippinen. In Kooperation mit dem seinerzeit ideengebenden Bundesministerium entstanden darüber hinaus • ein Dokumentarfilm mit Hintergründen zum realen Kriminalfall • sowie ein "Buch zum Film" • und eine CD-Rom mit Filmausschnitten, Ton- und Textdokumenten. Diese wurden mit vielfältigen Auszeichnungen bedacht. Unter anderem erhielten sie die „Goldenen Brücke“, den wichtigsten deutschen Public Relations-Preis. Auf den Philippinen arbeitet der Verein von Anfang an eng mit der Kinderschutzorganisation PREDA zusammen. Die bereits 1974 von dem irischen Pater Shay Cullen gegründete Peoples Recovery Empowerment Development Assistance Foundation, also PREDA, setzt sich für Menschenrechte und eine gerechte soziale Entwicklung ein. Die Organisation stärkt im Besonderen die Rechte von Frauen und Kindern. Zahlreiche Programme bieten Kindern und Jugendlichen Schutz, einen neuen Start ins Leben oder eine Ausbildung. Vor allem kämpft PREDA unermüdlich gegen Kindesmissbrauch und den leider immer noch existierenden Verkauf von Kindern in die Prostitution. Auf den Philippinen kommen zudem vor allem Jungs aus geringfügigem Anlass in Gefängnisse. Dort sind sie großen Belastungen und Misshandlungen ausgesetzt. Meine Damen und Herren, wir kennen alle den Kölner Tatort! Die beiden Kommissare bilden ein legendäres Duo, aber eigentlich haben wir noch mehr Personen vor Augen. Ohne ihren „Doc“ ist das Duo Ballauf und Schenk nur halb so erfolgreich. Vielleicht hören wir gleich aus Ihrer Erinnerung, meine Herren Kommisare, ob es schwierig war, Ihren Schauspielkollegen Joe Bausch, der im Tatort den Gerichtsmediziner Dr. Roth spielt, dafür zu begeistern, sich in ihrem Verein zu engagieren. Immerhin tut er das schon seit 2004. Joe Bausch ist auch im „echten Leben“ Mediziner und hat als Gefängnisarzt einen besonderen Blick auf diese Kinder. Nicht nur auf den Philippinen, auch in Swaziland und in Kenia engagiert sich der Tatort-Verein. Swaziland hat als eines der ärmsten Länder Afrikas eine der höchsten Raten HIV.infizierter Menschen weltweit. Der steigenden Anzahl von Aidswaisen versucht der Verein unter anderem mit einem Landwirtschaftsprojekt zur besseren Nahrungsmittelversorgung zu helfen. In Kenia unterstützt der Tatort-Verein die Initiative "Klassenpatenschaften", die die Schulzeit eines Mädchens aus armer Familie fördert, wenn die Eltern den Verzicht auf Genitalverstümmelung an ihren Töchtern durch einen schriftlichen Vertrag erklären. Die Initiative klärt über die schrecklichen Folgen dieser immer noch gängigen Praxis auf. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, aber auch bei uns herrschen ungleiche Verhältnisse. Zuviele Kinder leben auch hier in Armut. Und Bildungschancen für Mädchen und Jungen sind in unserem Land leider noch viel zu häufig verknüpft mit der sozialen Herkunft. Ein Umstand, der Ballauf und Schenk auch hierzulande aktiv werden ließ. Sie, lieber Herr Behrendt, initiierten 2011, gemeinsam mit Reinhard Höfelmeyer, Geschäftsführer der Höfelmeyer Waagen GmbH in Osnabrück, das Projekt „Wir starten gleich" – Kein Kind ohne Schulranzen!“. Seit 2013 wird diese Aktion auch durch den Tatort Verein unterstützt; in diesem Jahr sogar mit der Auszeichnung „Prädikat familienfreundlich“ der Stadt Aachen prämiert. Kinder aus finanziell benachteiligten Familien erhalten einem hochwertigen Schulranzen, um ihnen an ihrem 1. Schultag einen guten Start ins Schulleben zu ermöglichen und ihre Freude am Lernen zu fördern. Die Initiative fragt bei Kitas und sozialen Trägern in den Städten Köln, Bonn, Troisdorf, Dortmund, Aachen, Wuppertal und Bielefeld den Bedarf an benötigten Materialien ab. Die Ranzen werden direkt den Eltern zur Verfügung gestellt. So erfahren die Kinder nicht, dass ihr Schulranzen gespendet wurde. Seit Beginn der Aktion konnten über 6.000 Schulranzen-Sets in den genannten Städten verteilt werden. Lassen Sie mich noch einmal auf Manila zurückkommen. Das war die dritte Folge des Kölner Tatorts mit den Kommissaren Ballauf und Schenk. Viele der „Kölner Tatorte“ zeichnen sich seitdem durch ein hohes sozialpolitisches Engagement und eine klare Haltung aus. Sie zeigen Missstände auf und rücken Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen, in den Mittelpunkt. • So etwa prangert die Folge „Hundeleben“ den Pflegenotstand an, • in „Brandmal“ ermitteln die Kommissare im Umfeld der Sinti und Roma • und in „Platt gemacht“ in der Kölner Obdachlosenszene. Was ist eigentlich das Erfolgsgeheimnis – die Essenz des Krimi-Klassikers? Die Glaubwürdigkeit der im Tatort erzählten Geschichten ist zweifellos Ihnen beiden, Herr Behrendt und Herr Bär, zu verdanken. Lassen Sie uns mal schauen, was das für Menschen sind, Schenk und Ballauf? Was macht sie aus? Schenk – der Familienmensch mit seiner Vorliebe für alte große Schlitten, dem Herz auf dem rechten Fleck und ein Schuss Selbstironie. Ballauf – kritisch, distanziert, dabei offen. Beide sensibel, mit Kumpelcharme. Oft kontroverser Meinung, aber immer ein engagiert ermittelndes Team. Und nicht nur im Fernsehen, sondern auch in der Realität aktiv in zahlreichen weiteren Initiativen.: • Gemeinsam mit dem Berliner Verein „pro futura“ setzen sie sich für Zukunftsperspektiven von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen ein. • Seit 2009 sind beide zusammen mit Joe Bausch Schirmherren der Aktion „Golfen gegen Krebs“, die die Krebsforschung an der Universitätsklinik Mannheim unterstützt. • Als Botschafter sind sie zudem für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei aktiv • und setzen sich mit weiteren Tatort-Schauspielern für die Opfer von Kriminalität über die Initiative „Weisser Ring“ ein. Aber heute stehen Sie bei uns im Fadenkreuz! Ich freue mich außerordentlich, Ihnen nun den Rheinlandtaler für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement im Bereich Multinationales Zusammenleben und friedliches Miteinander als besondere Auszeichnung des Landschaftsverbandes Rheinland überreichen zu dürfen. Und das an zwei Westfalen. Sie, Herr Behrendt, sind in Hamm geboren, Sie, Herr Bär, ein Dortmunder Jung. Als Kommissare Ballauf und Schenk gehören Sie allerdings mittlerweile zu Köln wie der Dom oder das Kölsch. Noch ein letztes Mal zurück zum Erfolgsklassiker „Tatort“. Gerade drehen Sie die neue Folge. Und, meine Damen und Herren, ich bin mir sicher, ich spreche auch für Sie: wir alle sind schon gespannt, welches Thema diesmal im Fokus steht. Wahrscheinlich werden Sie uns nichts verraten, verraten dürfen. Aber eines, meine Damen und Herren, das können wir uns alle sehr konkret vorstellen: Die Schlussszene. Letzte Einstellung: • Das Rheinufer. • Die legendäre Wurstbude. • Und die Frage „Willst du auch eine Currywurst?“ Lassen Sie sich jetzt überraschen, wie sich der Schluss unseres heutigen „Tatorts“ hier im Landeshaus gestaltet!
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